Inspirationsquelle für meine Arbeit ist vor allem Indien, dieses facettenreiche, widersprüchliche Land, das ich nunmehr seit langem immer wieder bereise. Dabei faszinieren mich die Polstertücher von den Drucktischen indischer Handwerksbetriebe mit ihren unbeabsichtigten und beiläufigen Arbeitsspuren. Zerschnitten aufgespannt wurden sie Ausgangsmaterial meiner Malereien. Hinzu kommen Lebensmittelkartons mit eingeschnittenen figurativen und ornamentalen Motiven. Die so entstandenen vielfältig kombinierbaren Module erinnern an die feinzisilierten Fenstergitter Indiens aus Sandstein, Marmor oder Holz. Seit der „Coronazeit“durchstreife ich vermehrt meine heimatliche Umgebung und versuche, mich ihr in einer gegenständlichen Malweise anzunähern. Es entstehen Serien von Hochsitzen („Unter Beobachtung“) und von Holzhütten und Kötterhäusern. („Wo Wald- und Wiesenwege enden“) Diese Hinterlassenschaften einer traditionellen Landwirtschaft sind durch Regen und Wind dem Verfall preisgegeben und von einem fortschreitenden Bewuchs erobert, entstehen sich immer weiter verändernde „Gebilde“ von bisweilen skulpturaler Präsenz. Auslöser für meine Arbeit ist ist stets das Staunen über das, was ich in meiner Umgebung vorfinde, visuelle oft eher „unspektakuläre“ Eindrücke, die ich unter Einfluss meiner jeweiligen Befindlichkeit auf unterschiedliche Art und Weise umsetze, um so zu einer neuen Aussage zu gelangen. Dem künstlerischen Experiment kommt dabei eine zentrale Rolle zu.
Malerin
1957 in Ochtrup geboren
Studium an der PH Münster und an der Kunstakademie Münster
Meisterschülerin bei Prof. Udo Scheel
1995 Kulturpreis des Kreises Steinfurt
seit 1982 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Polen, Weissrussland, Litauen, Slowakei, Indien, Ägypten, USA, Frankreich und den Niederlanden