Annette Zumkley


Das Unsichtbare bereitet den Boden, damit das Sichtbare erblühen kann.

„Und siehe, eine Wolke überschattet sie…“, so berichtet das Matthäusevangelium von jenem Moment, in dem das Göttliche in Erscheinung tritt. Die Wolke: nicht verdeckend, sondern offenbarend. Ein Übergangsraum zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Sichtbaren und dem, was darüber hinausgeht. 

Malerei zwischen Stille, Wandlung und innerem Sehen

Aufgewachsen auf dem Land, geprägt von Natur und Weite, erwachte früh mein Wunsch, das Erlebte bildnerisch zu erforschen. Nach einer pädagogischen Ausbildung eröffnete mir die Familienzeit mit meinen beiden ältesten Töchtern den Raum, meiner künstlerischen Sehnsucht zu folgen. Ich begann ein Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster, das ich 1998 erfolgreich abschloss. 2001 wurde unsere dritte Tochter geboren.

Die Verbindung von Familie und Kunst hat meine Wahrnehmung geschärft und meinen Weg wesentlich geprägt. In beiden Feldern, dem gelebten Alltag wie dem schöpferischen Prozess, habe ich gelernt, auf das zu achten, was sich nicht sofort zeigt. Es sind die feinen, oft unscheinbaren Bewegungen des Lebens, die mich lehren, tiefer zu lauschen.

Mein künstlerisches Schaffen ist eng verbunden mit spirituellen Weisheitslehren. Was dort in Worte gefasst wird, versuche ich in Farbe, Licht und Raum erfahrbar zu machen, nicht als Illustration, sondern als lebendige Gegenwart. Auf diese Weise wird meine Malerei zum Träger zeitloser Einsichten, zur stillen Botschafterin eines tieferen Wissens, das in jedem Menschen angelegt ist.

Neben meiner freischaffenden Tätigkeit als Malerin bin ich auch im Austausch mit Kindern und Jugendlichen tätig, unter anderem in der Lebenshilfe Senden und an der Münsterlandschule Tilbeck. Diese Arbeit bereichert meine künstlerische Praxis, da sie mich immer wieder in lebendige Prozesse, neue Perspektiven und unmittelbare Begegnung führt.